Handwerkskammer Südthüringen

Einigung zur EPS- Dämmstoff Entsorgung

Neue Regelung tritt am 1. September in Kraft

Nach der Aussetzung der Gefahrstoff-Einstufung für mit HBCD-haltigen Brandhämmern versetzte EPS-Dämmstoffe im Dezember 2016 hat der Gesetzgeber nun die Übergangsregelung durch eine Verordnung abgelöst, die am 1. September 2017 in Kraft tritt.

Auf Sanierungsbaustellen fallen zunehmend Kunst- und Dämmstoffe in Platten oder Profilen als überwachungsbedürftiger Abfall an. Insbesondere die Einstufung von EPS-Dämmung (Polystyrol) aus Produktionen bis 2014 sorgte ab März 2016 für Unmut in der Baubranche, da Entsorgungsengpässe und hohe Kosten die Folgen waren. Zur endgültigen Regelung hat der Bundesrat nun einem Verordnungsentwurf zugestimmt. HBCD-haltige EPS- und XPS-Dämmstoffe, insbesondere Polystyrol aus Fassadendämmplatten, Verbundplatten, Perimeterdämmung oder Speicher- und Leitungsisolierung dürfen künftig wieder in allen geeigneten Anlagen, auch in Müllverbrennungsanlagen, entsorgt werden. Diese Materialien werden nicht mehr als gefährlich, jedoch als „überwachungsbedürftig“ eingestuft. Transport und Entsorgung werden vereinfacht, nicht jedoch die Trennung und Erfassung. Die regionalen Entsorgungsbetriebe bestätigen die abgenommenen Mengen und deren fachgerechte Sammlung ohne Reststoffe durch Übernahmeschein (Nachweisverfahren). Das Trennen können auch Entsorger gegen Aufwandsumlage übernehmen. Auch eine Sammelentsorgung von Teilmengen ist möglich. Durch die Weitergabe einer Kopie des Übernahmescheines an den Auftraggeber (z.B. den Bauherren) kann der Baubetrieb die Erfüllung seiner Pflichten nachweisen. Einige Details, wie Mengengrenzen regeln die Behörden der Bundesländer. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks in Berlin sieht trotz zusätzlicher Pflichten die Neuregelung als sinnvoll und für Handwerksbetriebe mit vertretbarem Aufwand umsetzbar an, wenn die Landesbehörden und die regionale Entsorgungswirtschaft die Verordnung mit Augenmaß für die Baupraxis und zu fairen Kosten umsetzt. Klar ist jedoch, dass eine sortenreine Trennung der Abfälle vor Ort künftig enorm Kosten spart. Die Entsorgung einer Tonne HBCD-haltiger Dämmabfall wird jedoch nicht mehr wie früher 150 Euro, eher 500 bis 3.000 Euro kosten, da die Preise im EU-Ausland, also im liberalisierten Betreibermarkt, oft noch wesentlich höher sind.



Bei Fragen zur Regelungen der Verordnung im Einzelnen, zu Abfallschlüsselnummern und Nachweisverfahren stehen die Technische Betriebsberater der HWK Südthüringen zur Verfügung.

Klaus-Jürgen Weisheit

Technischer Berater

Rosa-Luxemburg-Straße 7-9
98527 Suhl

Denise Heimrich

Technologie-Transfer-Beraterin

Kloster 1
98530 Rohr

Michael Bickel

Beauftragter für Innovation und Technologie (BIT)

Kloster 1
98530 Rohr