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Rentenversicherung - neue Meldepflicht für selbstständige Handwerker seit 1. April 2018

Wer sich als Meister in einem zulassungspflichtigen Handwerk selbständig macht, ist in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Über die Eintragung in die Handwerksrolle erfahren die Rentenversicherungsträger von der Betriebsgründung und melden den Inhaber an. Voraussetzung für die Versicherungspflicht ist jedoch das Vorliegen der Eintragungsvoraussetzungen in die Handwerksrolle  - im Regelfall der Meistertitel.

 

Es ist aber auch möglich, einen Betrieb in einem zulassungspflichtigen Handwerk zu gründen, ohne dass der Inhaber selbst die Eintragungsvoraussetzungen mitbringt. In diesen Fällen muss ein Mitarbeiter mit dieser Befähigung als handwerklicher Betriebsleiter beschäftigt werden.

 

Probleme gab es in der Vergangenheit, wenn der Betriebsinhaber den Befähigungsnachweis im Nachhinein erwarb. Denn das wird nicht automatisch in der Handwerksrolle vermerkt. Das hatte bislang zur Folge, dass die dadurch eintretende Versicherungspflicht teils erst deutlich später auffiel und hohe Beitragsnachzahlungen fällig wurden.

Dasselbe Problem ergab sich auch bei der Fortführung eines handwerklichen Nebenbetriebs als Hauptbetrieb.

 

Ab dem 1. April 2018 gilt, dass selbstständige Handwerker, die ihren Meistertitel erst nachträglich (d. h. nach Eintragung in die Handwerksrolle) erworben haben, verpflichtet sind, diesen bei ihrem Rentenversicherungsträger zu melden (§ 190 a Abs. 1 SGB VI neu).

 

Der neue § 190 a Abs.1 SGB VI lautet:

 

„Meldepflicht von versicherungspflichtigen selbstständig Tätigen

 

(1) Selbstständig Tätige nach § 2 Satz 1 Nr. 1 bis 3 und 9 sind verpflichtet, sich innerhalb von drei Monaten nach der Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit beim zuständigen Rentenversicherungsträger zu melden. Selbstständig Tätige nach § 2 Satz 1 Nummer 8 sind verpflichtet, dem zuständigen Rentenversicherungsträger die Erfüllung der für die Eintragung in die Handwerksrolle erforderlichen Voraussetzungen in ihrer Person sowie die Führung eines Handwerksbetriebs als Hauptbetrieb, der bisher als Nebenbetrieb im Sinne der §§ 2 und 3 der Handwerksordnung geführt wurde, innerhalb von drei Monaten ab Vorliegen der genannten Tatbestände zu melden. Eine Meldung ist nicht erforderlich, soweit eine Eintragung der Tatbestände in die Handwerksrolle bereits erfolgt ist. Die Vordrucke des Rentenversicherungsträgers sind zu verwenden.“

 

 Seite der Deutschen Rentenversicherung



Wir bitten Sie, diese Information zu beachten und im gegebenen Fall Ihrer Meldepflicht nachzukommen.

 

Für weiterführende Informationen zur Handwerkerrentenversicherung stehen Ihnen die Berater der Handwerkskammer Südthüringen zur Verfügung.

Christian Beck
Abteilungsleiter Recht und Organisation

Tel. 03681 370160
christian.beck--at--hwk-suedthueringen.de