Vertiefte Berufsorientierung für junge Flüchtlinge - BOF

Berufsorientierung Flüchtlinge – BOF





Initiative „Wege in die Ausbildung für Flüchtlinge“


Mit der „Berufsorientierung für Flüchtlinge - BOF“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erhalten junge Flüchtlinge vertiefte Einblicke in Ausbildungsberufe des Handwerks. Während der gesamten Maßnahme werden sie fachsprachlich qualifiziert und von einem Projektbegleiter individuell unterstützt.

BOF ist Teil der gemeinsamen Qualifizierungsinitiative „Wege in Ausbildung für Flüchtlinge“ des BMBF, der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Bis zu 10.000 junge Flüchtlinge sollen eine Chance auf eine Ausbildung im Handwerk erhalten.



Die Initiative ist in Stufen aufgebaut. In der Regel absolvieren die jungen Flüchtlinge zunächst einen Integrationskurs.

Darauf folgt die Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit „Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk PerjuF-H. Dort erhalten die jungen Menschen Einblicke in die verschiedenen Berufsfelder des Handwerks. Zudem werden ihre Sprachkenntnisse berufsbezogen erweitert.

Diejenigen, die auf Grund ihrer Eignung und Neigung für eine Ausbildung im Handwerk in Frage kommen, werden in dem BMBF-Programm Berufsorientierung Flüchtlinge – BOF weiter auf eine Ausbildung im Handwerk vorbereitet. BOF ist ebenfalls offen für Geflüchtete aus mit PerjuF-H vergleichbaren Maßnahmen, wie berufsvorbereitende Bildungsgänge an beruflichen Schulen.

In Anschluss sollen alle Teilnehmer, die die Voraussetzungen erfüllen, in ein Ausbildungsverhältnis übernommen werden. Das Handwerk stellt dafür die notwendigen Ausbildungsplätze zur Verfügung.





Dauer und Ablauf der Maßnahme


BOF gliedert sich in Werkstatttage mit einer Dauer von 9 Wochen, welche in Lehrwerkstätten in geschütztem Raum stattfinden, und eine anschließende Betriebsphase von 4 Wochen. Die tägliche Unterrichtszeit beträgt 8 Zeitstunden plus Pausenzeiten.





Werkstatttage


Die Werkstatttage finden in den Werkstätten des Berufsbildungs- und Technologiezentrums Rohr-Kloster statt. Dort erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich intensiv mit ein bis drei Berufen zu beschäftigen, in denen sie sich eine Ausbildung vorstellen können. Neun Wochen lang testen sie in Vollzeit aus, ob die ausgewählten Berufe tatsächlich ihrer persönlichen Eignung und Neigung entsprechen.

Während der Werkstatttage erfahren sie außerdem mehr zu Aufbau und Inhalten der dualen Ausbildung in den gewählten Berufen und werden auf die Anforderungen der Berufsschule vorbereitet.

Während der Werkstatttage erhalten die Teilnehmenden berufsbezogenen Sprachunterricht. In der anschließenden Betriebsphase werden die Sprachkenntnisse im Arbeitsprozess weiter vertieft.





Betriebsphase


Auf der Grundlange ihrer Erfahrungen während der Werkstatttage entscheiden sich die Teilnehmenden für einen Ausbildungsberuf, den sie während der Betriebsphase in einem Handwerksunternehmen weiter austesten. Hier wenden sie, vier Wochen lang in Vollzeit, die zuvor erworbenen Kompetenzen in der betrieblichen Praxis an. Sie erleben Arbeitsabläufe hautnah und lernen den Betrieb kennen. Umgekehrt lernt der Betrieb potenzielle Auszubildende kennen.





Projektbegleitung während der gesamten Maßnahme


Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitieren von einer intensiven, individuell auf sie zugeschnittenen Begleitung. Von der Projektbegleitung erhalten sie regelmäßige mündliche Feedbacks und schriftliche Dokumentationen zu ihren Lernfortschritten. Die Projektbegleitung sorgt auch für die Vermittlung der Teilnehmenden in eine Ausbildung oder gegebenenfalls in eine weiterführende Maßnahme.





Teilnahmevoraussetzungen


Die Teilnehmer einer BOF-Maßnahme müssen Asylberechtigte, anerkannte Flüchtlinge oder Asylbewerber/-innen bzw. Geduldete mit Arbeitsmarktzugang sein.

Sie sollen:

  • i. d. R. das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben,
  • einen Integrationskurs oder eine vergleichbare Maßnahme absolviert haben,
  • über deutsche Sprachkenntnisse i. d. R. mindestens auf dem Niveau B1 verfügen,
  • Interesse an einer Ausbildung im Handwerk haben und
  • eine konkrete Vorstellung davon haben, in welchen ein bis drei Ausbildungsberufen sie eine vertiefende Berufsorientierung durchlaufen wollen




Finanzierung


Das Programm “Berufsorientierung für Flüchtlinge – BOF“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

BMBF