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Azubi-Ticket in der Diskussion

Südthüringer Kammern fordern Beibehaltung des jetzigen Leistungsumfangs

Seit Oktober 2018 steht das Azubi-Ticket Thüringen den Auszubildenden im Freistaat als einfacher und attraktiver Zugang zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zur Verfügung. Das Ticket gewährleistet jungen Menschen eine Grundversorgung an Mobilität, speziell wenn diese (noch) kein eigenes Kraftfahrzeug besitzen. Und es ist ein Erfolgsmodell: Bis Ende Dezember 2021 ist die Nutzerzahl auf ca. 11.700 gestiegen. Doch die Landesregierung plant eine Kürzung des Leistungsumfangs, was angesichts des großen Bedarfs der Wirtschaft an Fachkräften nicht hinnehmbar ist, da Azubis ihre Unternehmenswahl auch an derartigen Standortfaktoren festmachen.

In einem gemeinsamen Schreiben fordern daher die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen und die Handwerkskammer Südthüringen (HWK) die Thüringer Landesregierung zur Beibehaltung des jetzigen Leistungsumfangs des Azubi-Tickets und dessen Überführung in ein unbefristetes Ticketangebot auf.

„Das wäre Sparen an der falschen Stelle. Der dualen Ausbildung dürfen nicht unnötig Steine in den Weg gelegt werden, gerade im ländlichen Raum“, betont Manuela Glühmann, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Südthüringen. Es gehe alleine schon jetzt um den Berufseinstieg von thüringenweit mehreren tausend künftigen Fachkräften. Diese seien oft noch minderjährig und auf Mobilität angewiesen, nicht nur zwischen Wohnung und Arbeit. Die HWK-Hauptgeschäftsführerin fordert daher: „Wir brauchen das Azubi-Ticket als dauerhaftes, bezahlbares Angebot. Das erfolgreiche 9-Euro-Ticket zeigt, was möglich ist. Die Fachkräfte von morgen sollten es uns wert sein!“