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Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" überarbeitet

Seit dem 11. Dezember 2020 gilt die überarbeitete Fassung der ersten Förderrichtlinie zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern".

Ausbildungsbetriebe sollen mit Prämien in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Situation unterstützt werden, ihr Ausbildungsplatzangebot aufrecht zu erhalten. Hier erfahren Sie, wie diese Prämien beantragt werden können. Die vier Fördermaßnahmen Ausbildungsprämie, Ausbildungsprämie plus, Vermeidung von Kurzarbeit und Übernahmeprämie wurden zum 11. Dezember 2020 folgendermaßen erweitert:



Ausbildungsprämie (Ausbildungsangebot fortführen)

Ausbildungsbetriebe werden künftig mit Ausbildungsprämien gefördert, wenn sie im Zeitraum von April bis Dezember 2020 in zwei zusammenhängenden Monaten einen Umsatzeinbruch von durchschnittlich mindestens 50 Prozent oder in fünf zusammenhängenden Monaten von durchschnittlich mindestens 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr verkraften müssen (bisher: durchschnittlich mindestens 60 Prozent in April und Mai 2020 gegenüber dem Vorjahr).

Ausbildungen, die vom 24. Juni 2020 bis zum 31. Juli 2020 begonnen haben, werden in die Ausbildungsprämien einbezogen.

Ausbildende, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, werden mit einer Ausbildungsprämie gefördert. Sie erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 2.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit).



Ausbildungsprämie plus

Es können Ausbildungsverhältnisse mit der Ausbildungsprämie plus in Höhe von 3.000 Euro gefördert werden, die zwischen dem 01.08.2020 und 15.02.2021 begonnen haben, wenn die Auszubildende oder der Auszubildende im selben Zeitraum den Ausbildungsbetrieb wechselt. Diese Regelung setzt seit dem 28.10.2020 nicht länger voraus, dass das Ausbildungsverhältnis im ersten Ausbildungsbetrieb während der Probezeit gekündigt worden sein muss.

Voraussetzung für die Beantragung und Auszahlung aller Ausbildungsprämien ist der Nachweis der erheblichen Betroffenheit  des Unternehmens durch die Corona-Krise. Die Durchführung von Kurzarbeit wird in Zukunft auch im zweiten Halbjahr 2020 berücksichtigt (bisher: nur erstes Halbjahr 2020).



Vermeidung von Kurzarbeit

KMU, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mindestens 50 Prozent) ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, werden mit 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat gefördert, in dem dies der Fall ist. Die Förderung können KMU erhalten, die ihre Auszubildenden nicht in Kurzarbeit schicken und die auch bei deren Ausbilderinnen und Ausbildern außerhalb von Zeiten des Berufsschulunterrichts davon absehen. Der Arbeitsausfall muss im Betrieb oder in einer Betriebsabteilung bei mindestens 50 Prozent liegen. Die Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit in der Ausbildung werden bis einschließlich Juni 2021 verlängert (bisher: Laufzeit bis einschließlich Dezember 2020).



Übernahmeprämie

Die Übernahme von Auszubildenden, deren Ausbildungsstelle wegen pandemiebedingter Insolvenz des ursprünglichen Betriebes verlorengegangen ist, wird künftig unabhängig von den Betriebsgrößen mit einer Übernahmeprämie gefördert (bisher: nur, wenn beide Betriebe maximal 249 Mitarbeiter hatten). Solche Übernahmen werden bis zum 30. Juni 2021 gefördert (bisher: bis zum 31. Dezember 2020).

 

Die Änderungen gelten auch rückwirkend, das bedeutet: Anträge auf Förderungen können innerhalb von drei Monaten auch für bereits bestehende Ausbildungsverhältnisse gestellt werden, für die bisher eine Förderung nicht möglich war, die aber von den geänderten Voraussetzungen erfasst sind. Das gilt auch, wenn ein vorheriger Antrag aus diesen Gründen abgelehnt worden ist.

Der Link zu den Antragsformularen für die drei aktuellen Förderbereiche dieses Programms ist auf folgendem  Link zur Webseite der Bundesagentur für Arbeit (BA) zu finden, die für die Umsetzung verantwortlich ist:

Sie finden dort neben den Antragsformularen auch jeweils die Formulare für die notwendigen Bescheinigungen der zuständigen Stelle (HWK, IHK) zur Bestätigung der Eintragung der zu fördernden Auszubildenden in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse bei den Kammern bzw. im Fall der Ausbildungsprämie/plus zusätzlich zur Bescheinigung der Anzahl der in den vergangenen drei Jahren eingetragenen Ausbildungsverhältnisse eines Betriebes, die dem Förderantrag bei der BA hinzuzufügen sind.

Die Auszahlung erfolgt jeweils nach Ende der vertraglich vereinbarten Probezeit der Auszubildenden, die laut BBiG einen Monat beträgt und auf bis zu vier Monate verlängert werden kann.



Die zweite Förderrichtlinie - Pandemiebedingte Auftrags- und Verbundausbildung

Zum Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ ist am 30. Oktober 2020 die zweite Förderrichtlinie in Kraft getreten, die die pandemiebedingte Auftrags- und Verbundausbildung regelt. Betriebe und Bildungsstätten, die vorübergehend Auszubildende von Ausbildungsbetrieben übernehmen, die wirtschaftlich von der Pandemie betroffen sind, können gefördert werden.

Die Eckpunkte sind:

  • Gefördert wird die stärkere Nutzung von Verbund- oder Auftragsausbildung im Ausbildungsjahr 2020/21 zugunsten von ausbildenden kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit bis zu 249 Mitarbeitern, die ihre Ausbildung temporär nicht im eigenen Betrieb weiterführen können, weil dieser vollständig oder in wesentlichen Teilen aufgrund der Corona-Pandemie von Schließungen oder erheblichen Einschränkungen betroffen ist.
  • Davon wird ausgegangen, wenn der Stammausbildungsbetrieb im Jahr 2020 wenigstens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt hat oder der Umsatz des Stammausbildungsbetriebes in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 um mindestens 50 Prozent gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten zurückgegangen ist oder sein durchschnittlicher Umsatz im gesamten Zeitraum April bis August 2020 um mindestens 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen ist.
  • KMU mit bis zu 249 Mitarbeiter, überbetriebliche Bildungsstätten und andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die in solchen Fällen für eine Dauer von mindestens sechs Monaten eine Auftrags- oder Verbundausbildung durchführen, können die Prämie erhalten. Die Auftrags- oder Verbundausbildung muss zwischen dem 24. Juni 2020 (Beschluss des Kabinetts zu den Eckpunkten des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“) und dem Ablauf des 30. Juni 2021 vereinbart werden.
  • Die Zuwendung wird in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses gewährt. Sie beträgt einmalig 4.000 Euro für jede oder jeden interimsweise übernommenen Auszubildenden.
  • Das Programm endet am 31. Dezember 2021 / Anträge können bis zum Ablauf des 30. September 2021 gestellt werden.

Die Förderung von Auftrags- und Verbundausbildungen kann bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS) unter  www.kbs.de/bpa beantragt werden.