Meisterfeier 2018 am 15.09.2018 im Congress Centrum Suhl (Thüringen). Mehr als 100 Handwerksmeister erhalten an diesem Tag ihren Meisterbrief, als Qualitätssiegel im deutschen Handwerk. Foto: Michael Reichel / arifoto.de Schlagwort(e): lth
Handwerkskammer Südthüringen

Comeback des Meisterbriefes

In zwölf Gewerken soll es ab Januar 2020 wieder eine Meisterpflicht geben.

Die Große Koalition hatte am 9. September die Novellierung der Handwerksordnung beschlossen. Der Gesetzentwurf dafür wurde am 25. Oktober in der ersten Lesung im Bundestag diskutiert.

Diese 12 Berufe zählen zu den 53 Handwerken, für die 2004 die Meisterpflicht abgeschafft worden war und nun wieder eingeführt werden soll:

  • Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
  • Betonstein- und Terrazzohersteller
  • Estrichleger 
  • Behälter- und Apparatebauer 
  • Parkettleger
  • Rollladen- und Sonnenschutztechniker 
  • Drechsler und Holzspielzeugmacher
  • Böttcher
  • Glasveredler
  • Schilder- und Lichtreklamehersteller 
  • Raumausstatter
  • Orgel- und Harmoniumbauer

Für die Auswahl der zwölf Gewerke haben sich die Abgeordneten folgende Kriterien zugrunde gelegt: Gefahrengeneigtheit, kulturelles sowie immaterielles Erbe. Damit sei sichergestellt, dass das Gesetz mit deutschem und europäischem Recht konform geht.

Der Entwurf wurde nun an die Ausschüsse verwiesen. In ein paar Wochen, wird er dann in einer zweiten und dritten Lesung nochmals im Bundestag diskutiert.

Genaue Termine sind noch nicht bekannt. Dennoch soll dies noch in diesem Jahr stattfinden, damit der Bundesrat das Gesetz am 20. Dezember beschließen kann.

Im Kern des Gesetzentwurfs geht es um die Wiedereinführung der Zulassungspflicht für diese zwölf derzeit zulassungsfreien Handwerke.

„Die Einführung der Meisterpflicht in 12 Gewerken werten wir als ein starkes Signal für Qualität und Qualifizierung im Handwerk. Wenn es um die Zukunftsfähigkeit in unserem Land geht, führt kein Weg am Handwerk vorbei: Energiewende und Klimaschutz, Elektromobilität und SmartHome, Wohnungs- und Infrastrukturausbau, all das braucht Menschen, die ihr Handwerk verstehen. Umso wichtiger ist es, dass meisterhaftes Können und Fachwissen auch in der Zukunft vorhanden und an nachfolgende Generationen weitergegeben wird“, so der Präsident der HWK Südthüringen Manfred Scharfenberger.