Henner Hartung 2

Die Handwerkskammer Südthüringen trauert

um ihren Ehrenpräsidenten Friseurmeister Henner Hartung

Der Ehrenpräsident der Handwerkskammer Südthüringen, Friseurmeister Henner Hartung, ist am 2. März 2019 im Alter von 79 Jahren verstorben.

Mit großer Traurigkeit und Betroffenheit nimmt das Südthüringer Handwerk Abschied.

Als erster Präsident der Handwerkskammer Südthüringen nach der Wiedervereinigung vertrat er die Interessen des Südthüringer Handwerks auf allen Ebenen maßgeblich. Mit Wärme, Menschlichkeit und Pflichtbewusstsein war für ihn sein Ehrenamt, aber auch sein Handwerksberuf, Verpflichtung und Berufung zugleich.

Das alles hat ihn sehr beliebt gemacht. Auch die kleinen und wichtigen Gesten, die er stets für jeden, denen er begegnete und kannte, übrig hatte, bleiben in guter Erinnerung.

In den unzähligen Foren, Innungsversammlungen, Obermeistertagungen, Vollversammlungen in Südthüringen, Erfurt, Berlin und München war er ein gern gesehener und geduldiger Zuhörer, der sich auf allen Ebenen für das Südthüringer Handwerk einsetzte.

Mit großem Engagement und bemerkenswerter Diplomatie war er Wegbegleiter für den Vorstand, die Vollversammlung, die Geschäftsleitung und die Mitarbeiter der Handwerkskammer Südthüringen.

Besondere Verdienste erwarb er sich beim Aufbau des Berufsbildungs- und Technologiezentrums Rohr-Kloster der Handwerkskammer Südthüringen. Seine ganze Kraft widmete er seit Anfang der 90er Jahre der erfolgreichen Anerkennung des Ausbildungsberufes „Glasbläser“.

Ziel seiner ehrenamtlichen Arbeit und eine Herzenssache war es für Henner Hartung, auf allen Ebenen eine Verbesserung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für das Handwerk zu erzielen und den „Meister im Handwerk“ als großen Befähigungsnachweis als Qualitätssiegel für die Arbeit und die Ausbildung im Handwerk zu erhalten.

Er pflegte stets eine gute Zusammenarbeit mit den Handwerkskammern für Ostthüringen und Erfurt sowie Würzburg, Wiesbaden, Coburg und bei der Partnerschaft zur Handwerkskammer Poznan und Leszno.

Mit großem Respekt und Dank blicken wir auf ein beispielhaftes Lebenswerk für Handwerk, Mittelstand und Gemeinwohl von Ehrenpräsident Henner Hartung zurück. Nicht nur die Handwerkskammer Südthüringen, sondern vor allem die Südthüringer Handwerkerinnen und Handwerker sind Ehrenpräsident Henner Hartung sehr verbunden. "Er bleibt als eine geschätzte Persönlichkeit dem Südthüringer Handwerk in guter Erinnerung", so der Präsident der Handwerkskammer Südthüringen Manfred Scharfenberger.



Engagiert für das Handwerk in Südthüringen

 

Seit 27. April 1990 war Friseurmeister Henner Hartung als Präsident der Handwerkskammer Südthüringen tätig.

Er wurde am 7. September 1939 in Hellingen (Landkreis Hildburghausen) geboren. Nach der Schulzeit absolvierte er eine Ausbildung zum Friseur und seine Freude zu diesem Beruf füllte ihn sehr aus.

26 Jahre lang war Henner Hartung Vorsitzender einer Produktionsgenossenschaft im Friseurhandwerk, verantwortlich für 30 Salons und 330 Beschäftigte. In dieser Zeit war er im Gesellen- und Meisterprüfungsausschuss und in der Modekommission ehrenamtlich tätig.

Nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 wurde die PGH in eine GmbH umgewandelt, und am 1. April 1996 wurde aus der GmbH eine GbR, denen er als Geschäftsführer der Hartung-Schmidt GbR „Ihr Friseur“ mit neun Geschäften und 45 Beschäftigten vorstand.

Im Jahr 2000 stand Henner Hartung dann vor der Entscheidung, die GbR aufzulösen oder sie als Einzelunternehmen allein weiterzuführen.

Dies erfolgte am 1. April 2000. Friseurmeister Henner Hartung beschäftigte 45 Friseure und bildete mehr als zehn Auszubildende in zwölf Salons aus. Am 1. Januar 2007 übertrug er das Handwerksunternehmen „Ihr Friseur“ seiner Tochter Sibylle Schulz.

Sein Leben war Handwerk und er war ein Mann der „Ersten Stunde“, der reich an Lebenserfahrung war, sich mit gesundem Optimismus bemühte, den Mittelstand auf allen Ebenen zu vertreten und sich im Interesse der Sache engagierte.

Als erster Präsident der Handwerkskammer Südthüringen hob er 1992 den Thüringer Handwerkstag mit aus der Taufe.

Am 15. Dezember 2001 begann seine 3. Amtsperiode als Präsident der Handwerkskammer Südthüringen. Die Vollversammlung sprach ihm einstimmig ihr Vertrauen aus. Seine dritte Amtszeit schloss er am 10. Dezember 2006 erfolgreich ab.

 

Sein Grundprinzip lautete „Optimismus ausstrahlen und auf andere übertragen“.