Hausbau
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Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen

Zum 22. Februar wurden die Bundesfördermittel für nachhaltiges Bauen und Sanieren nach ihrem kurzfristigen Stopp wieder freigeben. Erfahren Sie hier mehr über die Optionen für Bauherren und Handwerker.

Nach Antragsstopp der KfW-Bank in allen Programmen zum energieeffizienten und nachhaltigen Bauen und Sanieren zum 24.01.2022 wurde am 01.02. bekannt gegeben, dass alle bis 23.01. eingegangenen Anträge auf Förderung nach Richtlinie aus 06/2021 weiter geprüft und bei Vorliegen der Antragsvoraussetzungen auch beschieden werden. Dazu sind zusätzliche Haushaltsmittel eingestellt worden.  Für die Sanierungsförderung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) stehen alle Programme seit 22.02. wieder vollständig bereit.



1. Wer ist betroffen?

Der Förderstopp betrifft nur noch die Zuschuss- / Kreditprogramme der KfW-Bank bei Neuerrichtung eines KfW-Effizienzhauses. Eine Förderung zur Errichtung eines KFW-EH55 wird es nicht mehr geben. Dieser Effizienzstandard wird vermutlich zum Sommer 2022 mit Neufassung des Gebäudeenergiegesetzes GEG-2022 verbindlicher Neubau-Mindeststandard.
Bauherren, welche ein solches Vorhaben planten, müssen die Höhe des Zuschussbetrages ggf. anders finanzieren oder umplanen, so dass sie nur den Mindeststandard nach GEG-2020 erfüllen und so Baukosten reduzieren.
Die Bundesförderung für KfW-EH40 oder KfW-EH40-plus wird derzeit neu geordnet und vermutlich noch im Frühjahr 2022 erneut gestartet. Jedoch kann es ggf. Anpassungen bei den Förderbedingungen geben. In jedem Fall wird die Mittelausstattung im Programm auf 1 Mrd. Euro begrenzt (gedeckelt) sein.



2. Wer ist nicht betroffen?

Alle Bauherren, welche in Sanierungsprogrammen zum KfW-Effizienzhaus oder in Einzelmaßnahmen mit KfW-Krediten vom Förderstopp betroffen waren, können seit 22.02.2022 wieder nach alter Richtlinie Anträge einreichen. Zu beachten ist, dass die Merkblätter aktuell zum 22.02. aufgelegt und zu beachten sind. Ein Grund ist, dass auch hier die verfügbaren Haushaltsmittel begrenzt wurden. Sind diese erschöfft, ist mit erneutem Förderstopp zu rechnen. Die Neuausrichtung der Förderbedingungen und Konditionen ist zum 01.01.2023 angekündigt.
Für bereits vor dem 24.01. von KfW-Sachverständigen (Effizienz-Experten) geprüfte Projekte mit erteilter Prüfnummer (BzA – Bescheinigung zum Antrag) behalten das ausgewiesene Gültigkeitsdatum. Abgelaufene BzA-Nummern müssen neu beantragt werden.  Neue Projektprüfungen und –bescheinigungen sind für wohnwirtschaftliche, gewerbliche und kommunale Sanierungsprojekte seit 22.02. wieder voll umfänglich möglich.

Nicht betroffen waren und sind alle BAFA-Programme im BEG (Bundesförderung für energieeffiziente Wohngebäude bzw. Nichtwohngebäude) für Einzelmaßnahmen zur energetischen Bausanierung (Wärmeschutz), Heizungserneuerung bzw. Anlagenoptimierung. Für Wärmeschutzmaßnahmen ist hier ebenso die Einbindung eines zugelassenen Energieberaters ( www.energie-effizienz-experten.de) vor Antragstellung sowie zur Baubegleitung erforderlich, zur Heizungserneuerung bzw. Anlagenoptimierung nicht.

Weiterhin möglich ist auch die steuerliche Sanierungsförderung für Einzelmaßnahmen mit 20% der förderfähigen Kosten für Selbstnutzer von Wohneigentum nach § 35c EStG beim Finanzamt. Die Abschreibungsfrist beträgt 3 Jahre für max. 200.000 € Sanierungskosten, also 40.000 € (2 Jahre max. 14.000€, max. 12.000€ im dritten Jahr nach Sanierung).
Die technischen Anforderungen entsprechen denen bei BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen. Der Nachweis erfolgt durch Protokolle und Unternehmererklärungen der ausführenden Handwerksbetriebe nach Vorlagen der Finanzverwaltung bzw. Fachverbände.



3. Was sollte ich als Handwerker beachten?

Handwerker sollten vertragsrechtlich prüfen lassen, welche Relevanz ggf. Auftragsstornierungen durch Bauherren haben, wenn der Bauherr ohne KfW-Förderbescheid auf eigene Verantwortung bereits Aufträge erteilt hat. I.d.R. sind diese bindend.  Mit dem Bauherren sollte gesprochen werden.

Haben Bauherren Liefer- und Leistungsverträge mit Handwerksbetrieben abgeschlossen (Aufträge erteilt), ohne dass Förderanträge gestellt sind, können diese trotzdem noch einen Förderantrag ab sofort stellen, wenn Sie entweder

  • vor der Auftragserteilung ein Beratungsgespräch mit Ihrem Finanzierungspartner zur möglichen Förderung geführt haben (Hausbank, KfW-Regionalpartner) und dies mit einem KfW-Formular dokumentiert wurde  Antrag auf Förderkredit ist möglich oder
  • der Liefer- und Leistungsvertrag (Auftrag) eine aufschiebende/auflösende Bedingung enthält, die sich auf die Gewährung einer Förderung durch die KfW-Bank bezieht  Antrag auf Förderkredit oder auch auf Zuschuss ist möglich.

Bei Bauvorhaben, welche energetisch umgeplant werden müssen, sind ggf. neue Zuarbeiten zur Auslegung/Dimensionierung für Wärmeschutz, Bauelemente oder Anlagentechnik erforderlich. Die Planungskosten sind abzustimmen.

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Unsere Empfehlung

Haben Sie Fragen rund um die Förderprogramme, benötigen Sie konkrete Merkblätter, planen Sie Alternativen bzw. technische Anforderungen neu? Wenden Sie sich an die technischen Betriebsberater der Handwerkskammer Südthüringen!

Mail: energieberatung@btz-rohr.de

Tel.: 036844 47-250