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Handwerk braucht Unterstützung

"Hygienekonzepte allein reichen nicht" , so kommentiert Manfred Scharfenberger, Präsident der Handwerkskammer Südthüringen, in der aktuellen Ausgabe der "Deutschen Handwerks Zeitung" (DHZ 22/2020).

Seit März kämpfen unsere Handwerksunternehmen mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Den Friseuren und Kosmetikern, dem Nahrungsmittelhandwerk mit dem Cateringservice, den Messebauern und vielen anderen Gewerben brachen bereits beim ersten Lockdown im Frühjahr komplett die Umsätze weg. Deshalb sind wir froh, dass unseren Argumenten gefolgt wurde und zumindest die Friseure, Kosmetiker und Fußpfleger im derzeitigen „Lockdown Light“ weiterarbeiten dürfen.

Die aktuelle Prognose zeigt jedoch, dass vor allem das Kraftfahrzeuggewerbe, das Gesundheitsgewerbe sowie das Personenbezogene Dienstleistungsgewerbe weiter massive Verluste hinnehmen werden. Auch im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe, welches bisher gut durch die Krise gekommen ist, gibt es erste Tendenzen, dass sich die Auftragslage im neuen Jahr abschwächen wird.

Um ein Ausbluten der handwerklichen Strukturen zu verhindern, muss die Politik jetzt gezielt und besonders für die kleinen und mittelständischen Handwerksunternehmen gegensteuern. Viele von ihnen brauchen weiterhin finanzielle Unterstützung, um die Auswirkungen der Coronakrise zu überstehen. Denn die Eigenkapitaldecke vieler dieser Handwerksbetriebe hat sich deutlich verringert.

Nicht nur im November, auch in den kommenden Monaten stehen wir Handwerker weiter vor enormen Herausforderungen. Finanzierungshilfen, Steuerentlastungen oder auch verstärkte Beauftragungen durch die „öffentliche Hand“ könnten helfen, diese Belastungen wenigstens ansatzweise zu stemmen. Umgekehrt leistet das Handwerk mit gut durchdachten Hygienekonzepten seinen Beitrag im Kampf gegen Corona. Nur das allein wird nicht nützen. Wir brauchen Hilfe – und das vor allem unbürokratisch und mit Vertrauen in die Unternehmen!