Verleihung MuT-Preis (Thomae)
Handwerkskammer Südthüringen

Holzwerkstätten Thomae aus Gleichamberg sind MuT-Preisträger 2019

Holzbau im Zeichen der Sonnenblume

Die MuT-Preise in den Kategorien „Mitarbeiter sind Zukunft“, „Aufstieg durch Innovation und „Unternehmen des Jahres“ sind die wichtigsten Wirtschaftsauszeichnungen im Süden Thüringens und wurden am 24. Juni bereits zum 15. Mal verliehen. In diesem Jahr erstmals im Rahmen des „Treffpunkt Südthüringer Handwerk“ im BTZ Rohr-Kloster der HWK Südthüringen. Als Ehrengäste konnte Präsident und Gastgeber Manfred Scharfenberger den Bildungsminister Helmut Holter und die Weltklasseschwimmerin Britta Steffen begrüßen. Der Mittelstandspreis MuT („Mittelstand und Thüringen“) ist ein gemeinsames Projekt von HWK Südthüringen, IHK Südthüringen, den Tageszeitungen Freies Wort, Südthüringer Zeitung und Meininger Tageblatt und dem Regionalmarketing Thüringer Wald.

Den MuT-Preis „Mitarbeiter sind Zukunft“ erhielt in diesem Jahr das traditionelle Handwerksunternehmen Holzwerkstätten Thomae in Gleichamberg. Drei Generationen haben aus dem 90 Jahre alten Familienbetrieb etwas ganz Besonderes gezimmert, denn Holz ist das Markenzeichen der Familie Thomae aus dem Römhilder Ortsteil Gleichamberg. Und auch die Phrase „Wie der Vater, so der Sohn“ trifft den Nagel voll auf den Kopf. Den Handwerksbetrieb gibt es bereits seit 90 Jahren und wird von Bauingenieur Wolfhard Thomae in dritter Generation geführt. Waren es 1991 neun Mitarbeiter, bauen mittlerweile 40 am Erfolg mit. Und weil Thomae gute Leute braucht, bildet das Unternehmen aus, regelmäßig, zurzeit zwei Lehrlinge. „Früher waren’s mehr“, erinnert sich der Geschäftsführer. Doch viele sind nach der Ausbildung eigene Wege gegangen, „ein paar Gute“ sind geblieben. Und auf gute Mitarbeiter und deren gute Entlohnung legt Wolfhard Thomae sehr viel Wert. Zwei Zimmerermeister beschäftigt er: Seinen Sohn Sebastian Thomae und Sebastian Wilk. Und sein Top Geselle, Zimmerer Philipp Stiller, hat ihm den Ausbildungspreis „Stift 2018“ der HWK Südthüringen beschert. Nun wird er ihm eine Meisterausbildung anbieten. „Wir haben Nachwuchsprobleme, keine Frage. Doch wir versuchen, etwas dagegen zu unternehmen“, sagt er kampfeslustig. Er hat gelernt zu kämpfen. Wie auch seine Vorgänger. Das, wofür Wolfhard Thomaes Großvater Otto mit seiner Frau Rosa im Jahr 1929 den Grundstein legten, führte Sohn Joachim weiter. 1968 übernahm der Bauingenieur und Zimmerermeister. Er arbeitete sich mit handwerklichem Können durch die DDR-Zeiten, im eigenen Handwerksbetrieb. Nach der Wende ging der Staffelstab an Wolfhard Thomae, den ältesten Sohn, der bei der Verkehrsgesellschaft Deutsche Einheit Großprojekte leitete. Er kehrte zurück zu seinen Wurzeln, tauschte die Großstadt Berlin gegen das Landleben in Gleichamberg. Riesenprojekte tauschte er gegen den Bau von Holzhäusern und die Sanierung von Denkmälern ein und seinen sicheren Arbeitsplatz gegen den Familienbetrieb. So ist seit 1991 sein Element das Holz. Er hat das Familienunternehmen durch eine Insolvenz gesteuert. Doch mittlerweile fährt er in ruhigeren Wassern. Besondere Projekte im gesamten Bundesgebiet verwirklichen die Holzwerkstätten Thomae. Seit den 2000ern vor allem im Bereich der Denkmalsanierung. Getreu dem Motto: „Damit Vergangenheit Zukunft hat“. In Süddeutschland, aber auch in Berlin sind die Holzleute aus dem Grabfeld zu finden. Dass sie gute Arbeit leisten, spricht sich herum. Die Projekte, an denen sie mitgewirkt haben, sind namhaft. An der Basilika in Kempten haben sie ihre Handschrift hinterlassen, aber auch im Kloster Maulbrunn, das als Weltkulturerbe ausgewiesen ist, genauso, wie auf der Veste Heldburg. Nachhaltige Bauweise ist das Steckenpferd der Gleichamberger. Und Holzhäuser sollen es auch wieder werden. So, wie es in den 1990er Jahren bereits war, denn Holzbau hat Zukunft, auch in Gleichamberg. Dort geht’s im Zeichen der Sonnenblume, das Markenzeichen der Thomaes, nun weiter. Zimmerermeister Sebastian und Betriebswirtschaftler Florian Thomae, die beiden Söhne des Inhabers, werden zukünftig mal das Ruder übernehmen. „Sie sollen entscheiden, wann es so weit ist.“ Wolfhard Thomae lächelt. Bis die Zukunft Gegenwart ist, wird sich aber einiges verändert haben. Nicht an der Betriebsstätte Bedheim mit seinen 3600 Quadratmetern Lager- und Produktionsfläche. Vielmehr am ursprünglichen Firmensitz in Gleichamberg. Dort wird derzeit erweitert. Unter anderem zieht in das ehemalige Sägewerk eine Tischlerei ein und Werkstattarbeitsplätze entstehen. „Die Mitarbeiter werden älter und ich möchte, dass sie bis zum Ende ihrer Arbeitszeit bei uns bleiben können“, sagt Wolfhard Thomae. Er denkt sozial und egoistisch zugleich. Sie können bleiben und unser Handwerksunternehmen behält das Know-how. Auch deshalb bekommt das Unternehmen Thomae den MuT – Preis 2019 „Mitarbeiter sind Zukunft“. (ks)

Herzlichen Glückwunsch.

 

BU

Mit- dem MuT-Preis „Mitarbeiter sind Zukunft“ wurde das Handwerksunternehmen Holzwerkstätten Thomae aus Gleichamberg ausgezeichnet. Foto: Michael Reichel