Bodo Ramelow
HWK

Ministerpräsident Bodo Ramelow zu Gast

Am 24. Juni traf sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow mit Südthüringer Wirtschaftsvertretern. Dabei kamen HWK- und IHK-Mitgliedsunternehmen zu Wort.

„Ich habe nicht geglaubt, dass es einen Lock Down gibt, und erstmal bei der Handwerkskammer nachgefragt, ob das stimmt“, erinnert sich Ilona Böttcher, Geschäftsführerin der Figaro GmbH, Meiningen, an den 19. März. „Es brach eine Welt zusammen.“ Ihre 15 Friseurgeschäfte musste sie sofort schließen und Kurzarbeit für die 44 Mitarbeiter beantragen. Die traurigen Gesichter wird sie wohl nie vergessen. Umso dankbarer ist sie, dass ihr Team jetzt wieder arbeiten kann. „Natürlich unter Einhaltung aller Vorschriften“, betont Ilona Böttcher.

Gemeinsam mit fünf weiteren Vertretern der Südthüringer Wirtschaft traf sie am 24. Juni den Ministerpräsidenten des Freistaats Thüringen, Bodo Ramelow, auf dem Bildungscampus BTZ Rohr-Kloster. Zwei Stunden nahm sich Ramelow  Zeit, aus erster Hand zu erfahren, wie Unternehmen die Corona-Situation anpackten. HWK-Präsident Manfred Scharfenberger hatte persönlich zu diesem gemeinsamen Termin von Handwerkskammer und IHK Südthüringen eingeladen.

Einleitend warb der Ministerpräsident um Verständnis für manche getroffene Entscheidung in der Vergangenheit. „Jetzt sollten wir darüber reden, welche Chancen es gibt, und Konzepte erstellen. Also fragen, was geht –  und nicht, was nicht geht. Wir wollen behutsam in die Normalität zurück“, sagte Ramelow. Er könne sich etwa Weihnachtsmärkte sehr gut vorstellen, wenn man an den Buden auf die Hygiene achte. „Ein Glasbläserstand ist nicht infektiös“, so der Ministerpräsident.

Nach kurzen Statements von Manuela Glühmann (HWK) und Dr. Ralf Pieterwas (IHK) redeten die eingeladenen Firmenvertreter aus Handwerk und Industrie, unter ihnen auch Wolfhard Thomae und Andreas Hauck.

Wolfhard Thomae (Holzwerkstätten Thomae GmbH & Co KG) sprach von 30 Prozent Umsatzeinbruch, die sein Unternehmen in Römhild zu verkraften habe. Dennoch habe er auf Kurzarbeit verzichtet und stattdessen betriebliche Investitionen vorgezogen. Die Soforthilfe und ein KfW-Kredit würden helfen. Der Zimmermann schätzte jedoch ein, erst Mitte 2021 die „Delle im Umsatz“ überwunden zu haben.

Andreas Hauck (Hauck Gebäude Systemtechnik GmbH) vertrat das Elektriker-Handwerk. Sein Neun-Mann-Betrieb in Grabfeld sei gut durch die Krise gekommen. Die Firma habe in Krankenhäusern an der Errichtung zusätzlicher Corona-Beatmungsplätze mitgearbeitet. Kritisch sah Hauck das Ende der Berufsschulausbildung für Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik in Meiningen. Azubis müssten vielmehr gefördert werden, um die Zukunft abzusichern.

Der Ministerpräsident hörte auch den vier weiteren Rednern aufmerksam zu und fühlte sich bestätigt in der Erkenntnis: „Die vielen eigentümergeführten Betriebe in Thüringen kommen besser durch die Krise als die großen Unternehmen.“

Die Gesprächsrunde mit Bodo Ramelow fand im Theoriegebäude auf dem Bildungscampus BTZ Rohr-Kloster statt.
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Die Gesprächsrunde mit Bodo Ramelow fand im Theoriegebäude auf dem Bildungscampus BTZ Rohr-Kloster statt.