
Gesellenfreisprechung der Kreishandwerkerschaft Schmalkalden-Meiningen/Suhl
Sie waren „bereit zum Abheben“: Mit einem feierlichen Akt wurden am Abend des 27. Februar insgesamt 54 junge Handwerkerinnen und Handwerker aus zehn Ausbildungsberufen in den Gesellenstand erhoben. Nach drei bzw. dreieinhalb Jahren intensiven Lehrjahren erhielten sie im Gemeindezentrum Kressehof in Walldorf ihre Gesellenbriefe aus den Händen der Kreishandwerkerschaft Schmalkalden-Meiningen/Suhl.
In Anwesenheit von Familien, Freunden, Ausbildern und zahlreichen Ehrengästen begrüßte Kreishandwerksmeister Stefan Förster die jungen Fachkräfte und würdigte die Anstrengungen der nun hinter ihnen liegenden Lehrjahre: „Sie haben gezeigt, dass Sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen“, betonte er. „Das Handwerk braucht junge Leute wie Sie. Willkommen im Handwerk!“ Einige der Junggesellen hatten die Ausbildung sogar in verkürzter Zeit absolviert.
Für herausragende Leistungen wurden die sechs besten Absolventen des Jahrgangs mit Auszeichnungen des Münchener Vereins, der IKK Classic und der Signal Iduna geehrt. Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgten Live-Auftritte junger Nachwuchskünstler der Musikschule Schmalkalden.
Neugierig bleiben
In ihrem Grußwort würdigte Landrätin Peggy Greiser die Leistungen der jungen Handwerker. Sie hätten Charakter und Willensstärke bewiesen und sich ihren Gesellenbrief redlich verdient. Zugleich betonte sie die Bedeutung der beruflichen Bildung für den ländlichen Raum und die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit aller Akteure. „Es gibt hier in unserer Region unwahrscheinlich viel zu tun!“, rief sie den Absolventen zu und verband dies mit der Hoffnung, dass diese ihre Zukunft hier vor Ort in ihrer Heimat gestalten werden.
Für die Handwerkskammer Südthüringen überbrachte Vorstandsmitglied Stefan Mankel Glückwünsche und Grußworte. Mit einem Augenzwinkern blickte er anekdotisch in die Geschichte der dualen Ausbildung zurück, so etwa auf fast hundert Jahre alte „Gebote zur Lehrlingshaltung“. Er erinnerte die neuen Gesellen an den Wert ihrer Berufsentscheidung: „Handwerk ist Heimat und Zukunft! Sie treten nun ein in eine große Familie voller Tradition“, so Mankel. „Während große Konzerne oft anonym wirken, bietet das Handwerk gegenseitiges Vertrauen, Handschlagmentalität und ein familiäres Umfeld. Bei uns sind Sie keine Personalnummer, sondern ein Gesicht, ein Talent, ein Mensch. Das Handwerk ist ein sicherer Anker und bietet Ihnen unendliche Möglichkeiten zur Selbstentfaltung.“
Die Festrede des Abends hielt Handwerksunternehmer Gregor Weidner, der selbst Verantwortung für einen Betrieb mit 115 Mitarbeitern trägt. Leidenschaftlich sprach er zu den Absolventen: „Sie sind wirklich talentierte Handwerksgesellen, die Dinge bauen und Probleme lösen. Das bekommen Sie heute mit Brief und Siegel!“ Zugleich gab er ihnen einen Rat mit auf den Weg, den er selbst einst von seinem Schuldirektor erhalten hatte: „Und bleiben Sie immer schön neugierig!“ Als begeisterter Pilot verglich Weidner den beruflichen Werdegang seiner jungen Zuhörer mit dem Flug eines Segelfliegers. „Sie hatten Aufwind und Rückenwind, denn Sie hatten Ihre Familien und Ihre Ausbilder hinter sich. Sobald Sie Anlauf genommen und abgehoben hatten, ging es aufwärts“, veranschaulichte er. „Wenn Sie in die Zukunft blicken, vertrauen Sie auf Ihre Fähigkeiten, auf Ihr Material und auf Ihren Instinkt. Testen Sie jede Wolke, die Ihnen begegnet. Wohin es geht, haben Sie in der Hand – die Leidenschaft für Ihren Beruf wird Ihnen den Weg zeigen.“ Mit den Worten „Immer guten Flug und leichten Wind – Sie sind ‚ready for take-off‘!“ entließ er die jungen Frauen und Männer in ihren neuen Lebensabschnitt.
Gebrieft fürs Leben
Unter dem Applaus ihrer Familien, Freunde und Ausbilder erhielten sodann die Absolventinnen und Absolventen die Gesellenbriefe und Urkunden, für die sie so intensiv gearbeitet hatten. Öffentlich und feierlich sprach Kreishandwerksmeister Stefan Förster sie frei von den Pflichten eines Lehrlings und wünschte ihnen sehr herzlich Gesundheit, viel Glück und Erfolg für ihr weiteres persönliches Leben und ihre berufliche Laufbahn. „Sie sind jetzt gebrieft fürs Leben!“, so sein Fazit dieses erinnerungswürdigen Tages.
Ihre Gesellenbriefe und Urkunden erhielten:
- 17 Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
- 13 Metallbauer
- 1 Elektronikerin und 9 Elektroniker
- 4 Tischler
- 3 Maler und Lackierer
- 2 Bäcker
- 2 Klempner
- 1 Hochbaufacharbeiter
- 1 Konditorin
- 1 Maurer
Die besten Absolventen
Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
- Paul Endter, Steinbach-Hallenberg, Ausbildungsbetrieb Georg Jäger OHG, Steinbach-Hallenberg
- Christoph Schmidt, Schmalkalden (Ortsteil Asbach), Ausbildungsbetrieb Roman Kirchner, Schmalkalden
- Lukas Werner, Stockheim, Ausbildungsbetrieb H u. K Haustechnik GmbH, Föritz (Ortsteil Gefell)
Metallbauer/-in
- Peter Hopf, Meiningen, Ausbildungsbetrieb Staatstheater Meiningen, Meiningen
- Niklas Krämer, Grabfeld, Ausbildungsbetrieb Haga Metallbau GmbH Betriebsstätte Römhild, Römhild
- Tjark Schmidt, Kloster Veßra, Ausbildungsbetrieb Lein Stahl- und Metallbau GmbH, Hildburghausen






















