Das Handwerk hat viele Gesichter

Im Gespräch mit Maler- und Lackierermeisterin Constanze Schünecke aus Suhl


Das Handwerk hat viele Gesichter und für zahlreiche junge Menschen ist der Meisterbrief die Krönung ihrer bisherigen Handwerkskarriere. Stellvertretend für den vergangenen Meisterjahrgang 2025 berichtet Maler- und Lackierermeisterin Constanze Schünecke aus Suhl über ihren ganz persönlichen Werdegang im Südthüringer Handwerk.

Frau Schünecke, wie sind Sie zu Ihrem Handwerk gekommen?

Mein Weg ins Handwerk begann 2006 mit meiner Ausbildung zur Malerin und Lackiererin im BTZ Rohr-Kloster. Schon damals hat mich begeistert, mit Farben und Gestaltung etwas Bleibendes zu schaffen. Nach dem erfolgreichen Abschluss wollte ich meinen Horizont erweitern und absolvierte eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel. Diese Zeit hat mir viel über Kundenkontakt, Organisation und betriebswirtschaftliche Abläufe vermittelt – Kenntnisse, die mir auch heute im Handwerk sehr helfen. Trotzdem hat mich das Malerhandwerk nie losgelassen. Es war immer meine Leidenschaft und mein Zuhause.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf besonders?

Ich liebe es, Räume zu gestalten und mit Farbe Menschen glücklich zu machen. Handwerk bedeutet für mich Kreativität, Präzision und Herzblut. Ein guter Meister ist für mich jemand, der nicht nur fachlich überzeugt, sondern auch mit Leidenschaft und Geduld Wissen weitergibt und andere motiviert.

Wie kamen Sie zu dem Entschluss, Ihren Meisterbrief zu erwerben?

Schon während meiner ersten Ausbildung hatte ich den Traum, einmal Ausbilderin zu werden. 2023 habe ich schließlich den Mut gefasst, meinen Maler- und Lackierermeister zu beginnen – und im Juli 2025 erfolgreich abgeschlossen. Der Meistertitel war für mich ein großer persönlicher Erfolg und ein wichtiger Schritt, um meine Ziele zu erreichen.

Wie profitieren Sie in Ihrem Arbeitsalltag von Ihren neuen Kenntnissen aus dem Meisterkurs?

Durch den Meisterkurs habe ich nicht nur mein fachliches Wissen vertieft, sondern auch gelernt, betriebliche Abläufe besser zu verstehen und Verantwortung zu übernehmen. Das neu gewonnene Wissen hilft mir täglich – sei es bei der Planung, im Umgang mit Kunden oder bei der Anleitung Anderer. Mein Meistertitel hat mir neue berufliche Türen geöffnet und mir ermöglicht, meinen Traum zu verwirklichen: Ich arbeite jetzt als Ausbilderin in einer Ausbildungseinrichtung.

Wo sehen Sie sich beruflich in einigen Jahren?

In den nächsten Jahren sehe ich mich fest im Handwerk verwurzelt – als Ausbilderin, die junge Menschen motiviert, ihren eigenen Weg zu gehen.

Welchen Rat würden Sie einem guten Freund geben, der überlegt, ob er seinen Meister machen möchte?

Mein Rat an alle, die überlegen, den Meister zu machen: Traut euch! Es ist eine Herausforderung, aber sie lohnt sich in jeder Hinsicht. Der Meisterbrief ist nicht nur ein Titel, sondern eine Auszeichnung für Fleiß, Leidenschaft und Durchhaltevermögen. Ich würde es jederzeit wieder tun.

Constanze Schünecke nutzt ihren Meistertitel, um als Ausbilderin junge Leute für das Handwerk zu begeistern.