Ende und Neubeginn für Traditionshandwerk

Die Mitteldeutsche Büchsenmacherinnung traf sich in Suhl zu ihrer letzten Veranstaltung


Die Innung des Büchsenmacherhandwerks für Mitteldeutschland kam am 7. Februar 2026 im Haus der Geschichte in Suhl letztmalig zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Diesem Treffen war im November vergangenen Jahres die Fusion mit allen weiteren Büchsenmacherinnungen in Deutschland vorausgegangen, um den Grundstein für eine gesamtdeutsche Bundesinnung zu legen.

Torsten Schill, Obermeister der Innung des Büchsenmacherhandwerks für Mitteldeutschland, verdeutlichte die Gründe zu diesem Schritt in seiner Begrüßung: „Wir wollen Allianzen für gemeinsame Ziele schmieden, um mit stärkerer Stimme in Berlin auftreten zu können“. Die Innungen kämpften mit den Problemen der fehlenden Betriebsnachfolge und der überbordenden Demokratie. Es sei daher notwendiger denn je, eine durchsetzungsstarke berufsständische Vertretung zu haben. Zu diesem Zweck wurde bereits vor vier Jahren die Gründung einer Bundesinnung auf den Weg gebracht, die nun vollzogen wurde.

Innungsehrenobermeister Helmut Adamy, der die Innung in den 1990er Jahren mitbegründet, lange geführt und zuletzt die Fusion zur Bundesinnung vorangetrieben hatte, wies darauf hin, dass die neu gegründete Bundesinnung noch handlungsunfähig sei, da die Auflösungen der jeweiligen Kammern erst bestätigt und die ministerielle Zustimmung abgewartet werden müsse. Er schloss angesichts dessen die Rückkehr zu einer eigenständigen Innung nicht aus. Adamy betonte, dass der Prüfungsausschuss für die Gesellenprüfung der Büchsenmacher in Suhl erhalten und die Handwerksausbildung in der Region sichergestellt werden konnte. Diese ist nach wie vor einmalig in Deutschland, da der Abschluss an der Berufsfachschule für Büchsenmacher und Graveure in Suhl den Schulabschluss und den Gesellenbrief der Büchsenmacherinnung vereint.

Suhls Oberbürgermeister André Knapp würdigte das Büchsenmacherhandwerk als „prägenden Bestandteil der Identität der Stadt“ und dankte der Innung angesichts ihrer Auflösung für ihre Spenden an die Fördervereine des Waffenmuseums und der Büchsenmacherschule in Suhl, die aus diesem Anlass überreicht wurden.

Die Mitglieder der Innung des Büchsenmacherhandwerks bei ihrer letzten gemeinsamen Sitzung in Suhl.