Erfahrung und frische Impulse

Kreishandwerkerschaft Schmalkalden-Meiningen/Suhl wählt neuen Vorstand


Am 28. April 2026 setzte die Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft (KHS) Schmalkalden-Meiningen/Suhl im Bildungscampus BTZ Rohr-Kloster ein deutliches Zeichen für die Zukunft: Während Stefan Förster (64) in seinem Amt als Kreishandwerksmeister bestätigt wurde, rückt mit der 37-jährigen Konditormeisterin Anna Endter eine junge Meisterin in die vorderste Reihe der Interessenvertretung auf.

Die Konditorin aus Schmalkalden-Asbach, die bereits in der elterlichen Konditorei ihr Können unter Beweis gestellt hat, ist im Ehrenamt keine Unbekannte: Sie bringt bereits Erfahrung als stellvertretende Obermeisterin der Thüringer Konditoreninnung für die Kammerbezirke Südthüringen und Erfurt mit. Frauen sind in den Vorständen von Kreishandwerkerschaften deutschlandweit noch immer selten anzutreffen. Mit der Wahl von Anna Endter zur stellvertretenden Kreishandwerksmeisterin haben die Südthüringer Handwerker daher ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Nach Recherchen der KHS-Geschäftsführerin Isabell Heidenreich gehört Endter nun zu den jüngsten Frauen in diesem Amt bundesweit – und sendet damit ein Signal für mehr Vielfalt und weibliches Engagement: „Im Handwerk gehören freilich mehr Frauen in die Vorstände“, betonte Heidenreich.

An der Spitze der Kreishandwerkerschaft steht weiterhin Stefan Förster. Der erfahrene Obermeister der Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik aus Steinbach-Hallenberg steht für fachliche Kompetenz und ein tiefes Verständnis der aktuellen Probleme. Seine Wiederwahl unterstreicht das Vertrauen der Betriebe in seine Arbeit, die er in den kommenden Jahren gemeinsam mit einem engagierten Team fortsetzen wird. Dem Vorstand gehören zudem die wiedergewählten Mitglieder Günter Wagner, Holger Holland-Cunz, Christian Huhn und Dominic Eisenbeiser sowie die neu gewählten Vorstände Daniel Hinske und Thomas Hartmann an.

Handwerk unter Druck

In seinem Rechenschaftsbericht zog Stefan Förster eine gemischte Bilanz. „Wenn wir auf das Jahr 2025 zurückblicken, sehen wir ein Handwerk, das weiterhin unter Druck steht – wirtschaftlich, strukturell und politisch“, skizzierte er die Lage. „Steigende Kosten, eine überbordende Bürokratie und Unsicherheiten durch energiepolitische Rahmenbedingungen belasten die Betriebe schwer.“ Die Zahlen sprächen eine deutliche Sprache: Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen sank binnen Jahresfrist die Zahl der Handwerksunternehmen um 59 auf aktuell 1902, in Suhl gab es ein Minus von elf Betrieben (insgesamt 478). Laut Förster sei dieser Rückgang kein Zufall, sondern Ausdruck struktureller Probleme wie fehlender Betriebsnachfolgen und einer Politik, die oft an der Realität vorbeigehe. Er forderte von Bund und Land verlässliche Rahmenbedingungen, schnellere Genehmigungsverfahren und mehr Wertschätzung für unternehmerisches Handeln. Wer die Transformation der Gesellschaft in Bereichen wie Klimaschutz und Digitalisierung wolle, komme am Handwerk nicht vorbei. Ein Lichtblick zeige sich jedoch bei der Ausbildung. Das Interesse der Jugend am Handwerk wachse wieder, auch wenn die Entwicklung regional unterschiedlich verlaufe. „Der Wettbewerb um den Nachwuchs wird härter“, betonte Stefan Förster. Es seien deshalb nicht nur die ausbildenden Handwerksunternehmen gefordert, sondern auch gesellschaftlich müsse die Gleichwertigkeit der beruflichen und der akademischen Ausbildung endlich durchgängig anerkannt werden. Ein stolzes Resultat der Ausbildungsbemühungen sei die Freisprechung von 103 Gesellinnen und Gesellen im vergangenen Jahr gewesen.

Auch organisatorisch gibt es Neuerungen unter dem Dach der Kreishandwerkerschaft, der aktuell 489 Innungsbetriebe angehören. Während die Büchsenmacher seit Januar 2026 durch einen neuen Bundesverband anders organisiert sind, konnte die Tischlerinnung Eisenach hinzugewonnen werden, die nun gemeinsam mit der hiesigen Innung die Werra-Rhön-Rennsteig-Innung bildet. Trotz der Herausforderungen bleibe das Handwerk aktiv, wie Rückblicke auf die Sommertour mit dem Thüringer Ministerpräsidenten, das Oktoberfest in Walldorf und zahlreiche Messeauftritte zeigten. Mit der neuen Mischung aus Erfahrung und frischen Impulsen sieht sich die Kreishandwerkerschaft gut gerüstet, um die Themen Fachkräftemangel und Digitalisierung mutig anzugehen.

Der Vorstand der Kreishandwerkerschaft Schmalkalden-Meiningen/Suhl hat sich neu aufgestellt.