
Mitglieder der neuen Bäcker-Innung Südthüringen stellen sich erstmals gemeinsam der Brot- und Brötchenprüfung
Das hiesige Bäckerhandwerk ist zu Recht stolz auf seine Produkte: Wo Supermärkte und Back-Shops oft nur mit aufgebackenen Allerweltssorten aufwarten können, haben die rund 80 Bäckereien in Südthüringen alle ihre ganz eigene Handschrift. Dies zeigte sich aufs Neue bei der diesjährigen Brot- und Brötchenprüfung, die Ende Oktober in der Geschäftsstelle der Sparkasse Rhön-Rennsteig in Meiningen stattfand.
Zwar hatten bei weitem nicht alle Südthüringer Bäckereien Proben zur Bewertung eingereicht, doch hatte Brotprüfer Michael Isensee trotzdem alle Hände voll zu tun: 30 Brot- und 19 Brötchenproben galt es, auf Herz und Nieren beziehungsweise auf Krume und Kruste zu prüfen. Dabei waren alle Sinne des Experten gefragt: Sieht das Backwerk appetitlich aus und hat es die zum Produkttyp passende Form? Ist die Kruste dick genug, um Aroma und Feuchtigkeit im Brot zu halten, und zugleich dünn genug für den richtigen Biss? Wie reagiert die Krume auf die Daumenprobe und bleibt beim Aufschneiden auch kein Teig am Messer kleben? Und schließlich: Riecht und schmeckt das Brot so, dass einem sofort das Wasser im Mund zusammenläuft?
Heißt das nun, dass es am Ende nur das eine Erfolgsrezept gibt? „Es ist alles erlaubt, was schmeckt“, betonte Michael Isensee, und hob damit hervor, dass er in sich weniger einen Fehler suchenden Juror als einen unterstützenden Berater sieht. „Die Prüfung ist eine hilfreiche Einschätzung für unsere Mitglieder“, erläuterte Isabell Heidenreich. Als Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Schmalkalden-Meiningen/Suhl und der zum Jahreswechsel neugegründeten Bäcker-Innung Südthüringen weiß sie, dass die geprüften Bäckereien sowohl das Prädikat, als auch Verbesserungshinweise gerne annehmen. Auf diese Weise erzielen sie eine konstant hohe Produktqualität und stellen sicher, dass auch ihre Kunden darüber bestens informiert sind.
Zwei Stunden dauerte es, dann hatte Michael Isensee sich erfolgreich einen Überblick über die diesjährigen Prüfstücke verschafft. Vom klassischen Bauernbrot über lokale Spezialitäten wie das Rennsteigbrot oder den Fränkischen Bauernlaib bis hin zu einfallsreichen Gaumenfreuden wie dem Kartoffel-Zwiebel-Brot und dem Maroni-Brot war für jeden Geschmack etwas dabei. Von den vorgestellten Broten erhielten 24 das Prädikat „Sehr gut“. Neun davon bekamen ein „Gold“, wurden also bereits mindestens dreimal hintereinander für „Sehr gut“ befunden. Fünf Brote erhielten ein „Gut“, ein Brot wurde nicht prämiert. Bei den Brötchen gab es 16 Mal ein „Sehr gut“ (davon viermal „Gold“) und dreimal die Note „Gut“.
Das beste Ergebnis konnten jedoch die Besucher für sich reklamieren, die die Brot- und Brötchenprüfung live mitverfolgten: Sie konnten sich einmal quer durch die Backstuben der ganzen Region probieren und dabei ganz sicher auch ihre persönlichen Favoriten finden.

Christian Lohse, Ronny Malter und Ronny Schlotzhauer von der Bäcker-Innung Südthüringen präsentieren mit Sparkassen-Vorstand Kay Gehri und Isabell Heidenreich (v.l.n.r.) die leckeren Prüfstücke.