
Auftakt für den „Licht-Sicht-Test 2026“ bei der Auto Brucker GmbH in Meiningen
Pünktlich zum Beginn der nasskalten und dunklen Monate läuft wieder Deutschlands größte Verkehrssicherheitsaktion. Bereits seit 1956 weisen die Kfz-Innungen und ihre Mitgliedsbetriebe Autofahrer alljährlich darauf hin, wie wichtig eine fachmännisch geprüfte Fahrzeugbeleuchtung im Herbst und Winter ist. Den diesjährigen Startschuss für die Region gab am 30. September die Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Südthüringen in der Werkstatt der Auto Brucker GmbH in Meiningen. Den gesamten Oktober über bieten die teilnehmenden Innungsbetriebe nun wieder einen kostenlosen Basis-Check der Beleuchtungsanlage an.
Trügerische Sicherheit
„Oktober ist der Lichttest-Monat“, betont Dominic Eisenbeiser, Obermeister der Kfz-Innung Südthüringen. Digitalisierung und Automatisierung hätten in vielen modernen Fahrzeugen Einzug gehalten, doch habe dies nichts an der Wichtigkeit des Themas geändert: Nach wie vor gebe es viele Autos mit halber Beleuchtung oder defekten Bremslichtern. Viele Autofahrer verließen sich heute blind auf moderne Assistenzsysteme. Die Praxis zeige jedoch, dass die Technik oft Tücken hat. So berichtet Werkstattmeister Enrico Röder von Kunden, die mit der korrekten Scheinwerferbedienung nicht ausreichend vertraut waren, weil ihnen die Automatik in den Sommermonaten die Bedienung abgenommen habe. Der Licht-Sicht-Test kann auch solche Defizite ans Tageslicht bringen. Zudem warnt Polizeihauptmeister Denny Abt von der Landespolizeiinspektion Suhl: „Gerade im Herbstnebel ist die Automatik meist nicht ausreichend.“ In solchen Situationen schaltet sich oft nur das Tagfahrlicht ein, während die Rückleuchten dunkel bleiben. Es lohne sich, sich beizeiten mit der eigenen Fahrzeugbeleuchtung auseinandersetzen.
Mängel nicht unterschätzen
Sorge bereitet den Experten die Stück für Stück nachlassende Resonanz auf den Licht-Sicht-Test, insbesondere bei der jüngeren Fahrergeneration. Laut Thomas Edelmann, Geschäftsführer der Kfz-Innung Südthüringen, sei die Zahl der pro Saison ausgegebenen Prüfplaketten in den letzten Jahren um mehr als ein Drittel zurückgegangen. „Die Mängel nehmen aber nicht ab“, warnt Edelmann und wirbt dafür, sich mit dem Thema aktiv zu befassen. Dabei gehe es nicht nur um die Sicherheit: Bernhard Pfeiffer, technischer Berater bei der Kfz-Innung, merkt an, dass der häufigste Mangel bei Hauptuntersuchungen nach wie vor das Abblendlicht sei. Und auch Werkstattmeister Röder weiß aus dem Werkstattalltag von unzulässigen oder gar gefälschten Leuchtmitteln zu berichten, die beim Lichttest sofort auffallen. Helgo Fuchs, Außenstellenleiter der Dekra, warnt vor den Konsequenzen: Solche Fahrzeuge fallen durch die Hauptuntersuchung oder werden von der Polizei stillgelegt.
Kostenloser Check
Ein kostenloser Besuch in der Werkstatt lohnt sich in diesem Jahr ganz besonders. Da moderne Lichtsysteme oft hochkomplex sind, ist die Überprüfung laut den Experten nicht mehr trivial und erfordert teilweise digitale Schnittstellen sowie hochentwickelte Lichteinstellplätze, deren Anschaffung und Wartung für die Werkstätten immer teurer wird. Im Aktionsmonat bleibt die grundlegende Überprüfung der Beleuchtungsanlage für die Autofahrer jedoch gebührenfrei. Werden Mängel festgestellt, können kleinere Fehler meist sofort behoben werden, während für aufwendigere Einstellungen und Reparaturen ein separater Termin vereinbart werden kann. Neben den Scheinwerfern prüfen die Meisterbetriebe auf Wunsch auch die Frontscheibe und die Wischerblätter auf Verschleiß. Ein kleiner Aufwand, der im Ernstfall Leben retten kann.

Dekra-Außenstellenleiter Helgo Fuchs, technischer Berater Bernhard Pfeiffer, Obermeister Dominic Eisenbeiser, Polizeihauptmeister Denny Abt und Werkstattmeister Enrico Röder machen einen Klassiker fit für die dunkle Jahreszeit. (v.l.n.r.)