Mit Können und Zuversicht

Gesellenfreisprechung der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Südthüringen


Was bedeutet es eigentlich, eine fertig ausgebildete Fachkraft im Südthüringer Kfz-Handwerk zu sein? Dominic Eisenbeiser, Obermeister der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Südthüringen, gab die Antwort in seinen Begrüßungsworten zur diesjährigen Gesellenfreisprechung der größten Innung des Kammerbezirks: „Wir Handwerker wissen, dass wir jederzeit auf unsere Fähigkeiten bauen können!“, beschrieb er den über 150 Gästen im Volkshaus Meiningen die Essenz des aktuellen Slogans der Imagekampagne des deutschen Handwerks „Wir können alles, was kommt“. Können schaffe Zuversicht. Das Handwerk sei eine starke Gemeinschaft, die auch in aufgewühlten Zeiten die Herausforderungen der Zukunft in die Hand nehme – eine Gemeinschaft, zu der ab sofort auch die 43 Absolventinnen und Absolventen gehörten, die an diesem Tag ihre Gesellenbriefe in Empfang nehmen durften.

Gemeinsam mit ihren Familien, Freunden, Ausbildern und Kollegen waren sie gekommen, um ihren hart erarbeiteten Berufsabschluss und das Ende ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildungszeit zu feiern. Als Kraftfahrzeugmechatronikerinnen und Kraftfahrzeugmechatroniker der Fachrichtungen Personenkraftwagentechnik, Nutzfahrzeugtechnik, System- und Hochvolttechnik sowie Karosserietechnik werden sie nun als gesuchte Fachkräfte ins Berufsleben in den Südthüringer Kfz-Werkstätten starten. „Handwerkliche Berufe bieten eine langfristige Perspektive“, hob der Obermeister hervor und rief die nun fertig ausgebildeten Gesellinnen und Gesellen auf, nach diesem Motto weiter an ihrer Karriere zu arbeiten.

Neugierig und lernbereit

Diesem Aufruf schloss sich auch Tim Rauschenberg an, der als stellvertretender Leiter des Bildungscampus BTZ Rohr-Kloster die Glückwünsche des Südthüringer Handwerks überbrachte. Der Gesellenbrief sei nicht nur ein Berufsabschluss, sondern eine Grundlage, von welcher die Absolventen ein Leben lang profitieren würden.

Die Wirtschaft und vor allem das Kfz-Handwerk befänden sich in einem der größten Umbrüche der vergangenen Jahrzehnte. Neue Technologien wie das autonome Fahren, Elektro- und Wasserstoffantriebe oder auch eine zunehmende Vernetzung drängten mit Kraft auf den Markt. „Es geht im Kfz-Handwerk nicht mehr allein um ausgefeilte Mechanik, sondern um komplexe Elektronik und Hochvolttechnik“, hob Tim Rauschenberg hervor. Doch seien die Gesellinnen und Gesellen in ihrer Ausbildung sehr gut auf diese Veränderungen vorbereitet worden. Der Gesellenbrief belege „schwarz auf weiß“, dass sie nun dringend gesuchte Fachkräfte seien, doch rief auch er den jungen Handwerkern in Erinnerung, dass dies nur der Anfang ihrer Karriere sei. Mit Blick auf seinen eigenen beruflichen Werdegang – von der kaufmännischer Ausbildung über ein Studium bis hin zum Kfz-Meisterbrief – sandte er ihnen die Botschaft „Wenn Sie es wollen, ist mit dem Gesellenbrief noch lange nicht Schluss!“ Er lud die Absolventen ein, ihrer Heimat treu zu bleiben und hier in ihrem Beruf Fuß zu fassen.

Susanne Reich, die Vizelandrätin des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, würdigte in ihrem Grußwort die intensive Vorbereitung der Prüflinge auf ihr Examen, welches sie in Zeiten großer gesellschaftlicher Verunsicherung erfolgreich abgeschlossen hätten. Die Transformation unserer Antriebstechnologie brauche verlässliche Leitplanken und keinen Zickzack-Kurs. Zugleich brauche das Handwerk anpassungsfähige Fachkräfte. Mit den Worten „Das Handwerk braucht junge Menschen, die sich zutrauen, Verantwortung zu übernehmen!“ erinnerte sie an den Generationenwechsel, der vielen Werkstätten bevorstehe. Deshalb gratulierte sie den Gesellinnen und Gesellen nicht nur zu ihrem Abschluss, sondern empfahl ihnen im gleichen Zuge: „Bleiben Sie neugierig, lernbereit und dem Handwerk verbunden, am besten hier in der Region!“

Dann war dann der feierliche Moment endlich gekommen: Mit den Worten „Kraft meines Amtes als Obermeister des Kraftfahrzeughandwerks in Südthüringen erhebe ich Sie nun in den Gesellenstand“, sprach Innungsobermeister Eisenbeiser die Absolventen nach alter Sitte „frei und ledig ihrer Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker“ und wünschte ihnen Glück und Erfolg für ihre Zukunft. Er verband dies mit einem Dank an alle Ausbilder für ihre engagierte Unterstützung.

Förderpreise für die Besten

Zu den Prüflingen mit den besten Prüfungsergebnissen in der gestreckten Gesellenprüfung Winter 2025/26 gehören:

  • Kevin Doppel, Kfz-Meisterbetrieb Domhardt, Sonneberg
  • Hannes Jung, Schade Automobile GmbH, Bad Salzungen
  • Justin-Leeroy Nosek, Autohaus Matthes GmbH, Bad Salzungen
  • Marc Singer, Mezger GmbH & Co. KG, Suhl

Ebenfalls hervorzuheben sind die Leistungen von

  • Felix Rönsch, Max Schultz Automobile GmbH & Co. KG, Suhl

, der die gestreckte Gesellenprüfung im Sommer 2025 vorzeitig mit dem Gesamtprädikat „gut“ bestanden hat.

Für ihre guten Leistungen erhielten die fünf besten Absolventen den Förderpreis des Versorgungswerks des Südthüringer Handwerks e.V. mit dem Versicherungspartner Münchener Verein. Hinzu kamen Prämien der Kfz-Innung Südthüringen und der IKK classic.

Drei Kraftfahrzeugmechatronikerinnen und 40 Kraftfahrzeugmechatroniker nahmen nach dreieinhalb Jahren Ausbildung ihre Gesellenbriefe in Empfang.