
Informationen für Schulen und Bildungsträger
Potenzialanalyse in Thüringen

Die Initiative Bildungsketten wurde 2010 ins Leben gerufen und hat sich zu einem zentralen Kooperationsinstrument des Bundes, der Bundesagentur für Arbeit und der Länder zur Abstimmung von bildungs-, arbeitsmarkt- und auch wirtschaftspolitischen Fragen und Herausforderungen beim Berufseinstieg entwickelt. Mit einer Laufzeit von fünf Jahren (2021 bis 2026) wurde ein neuer Vertrag über eine aktualisierte Landesstrategie zur beruflichen und arbeitsweltlichen Orientierung für Thüringen geschlossen. Die Bundesinitiative „Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“ trägt dazu bei, die Förderinstrumente von Bund, Bundesagenturen für Arbeit und Ländern besser miteinander zu verzahnen. Auf dieser Grundlage schließen die Akteure landesspezifische Vereinbarungen zum Übergang Schule – Beruf. Die in den Jahren 2016-2020 geschlossene Vereinbarung wird somit weitergeführt und auf weitere Zweige ausgebaut.
Die Potenzialanalyse bildet den Einstieg in den Prozess der Beruflichen Orientierung und wird in Thüringen für alle Schülerinnen und Schüler ab der Klasse 7 (Regel-, Gemeinschafts- und Förderschulen) sowie ab der Klasse 8 (Gymnasien) durch den Bund finanziert.
Das stärkenorientierte Instrument erfasst personale, soziale und methodische Kompetenzen, fördert die berufliche Selbstkompetenz und gibt Förderempfehlungen für die persönliche Entwicklung.
An einem Tag, außerhalb der Schule, werden 5-6 Übungen innerhalb von 6 Stunden von den Schülerinnen und Schülern absolviert.
Mit der Koordination der Potenzialanalyse in Thüringen wurde die Handwerkskammer Südthüringen beauftragt.
Kontaktdaten der Koordinierungsstelle
Informationen für Schulen
Was ist eine Potenzialanalyse?
Mithilfe dieses Instruments sollen Schülerinnen und Schüler dazu angeregt werden, sich mit ihren Talenten, Stärken und Interessen auseinanderzusetzen.
Kernelement sind praxisbezogene Aufgaben aus der Lebens- und Arbeitswelt, bei deren Lösung die Schülerinnen und Schüler durch geschulte Fachkräfte beobachtet und begleitet werden. Die Potenzialanalyse wird außerhalb der Schule vom beauftragten Bildungsträger an einem Tag (6 Stunden) durchgeführt. Die Ergebnisse werden später in einem Ergebnisdiagramm dargestellt und gemeinsam in einem individuellen Gespräch reflektiert. Dem Rückmeldegespräch kommt dabei große Bedeutung zu.
Die Gegenüberstellung von Fremd- und Selbsteinschätzung regt die Schülerinnen und Schüler an, über sich nachzudenken. Welche Kompetenzen habe ich bei den Übungen gezeigt und welche Aufgaben haben mir Spaß gemacht? In welche Richtung möchte ich mich weiterentwickeln?
Auf Grundlage einer Ausschreibung in der Beruflichen Orientierung für eine Gebietskörperschaft oder Stadt (Los), betreut im aktuellen Schuljahr ein bewährter und erfahrener Bildungsträger der Region, der auch die Maßnahmen der Beruflichen Orientierung durchführt, die zuständigen Schulen des jeweiligen Loses.
Alle Durchführungstermine der Potenzialanalysen und Berufsfelderkundung/-erprobung werden jährlich mit den Partnern rechtzeitig abgestimmt.
Die Vorstellung der Maßnahmen zur Beruflichen Orientierung sollte durch den verantwortlichen Bildungsträger / Verbund in den Elternabenden erfolgen. Hier können den Eltern evtl. Handouts und Infomaterial ausgehändigt werden. Zur Anmeldung benötigen wir die einmalige >Erklärung zur Teilnahme an den Maßnahmen zur Beruflichen Orientierung<, welche für die Potenzialanalyse und Berufsfelderkundung/-erprobung gültig ist. Die Datenschutzerklärung ist per QR-Code abrufbar.
Bei Fragen können Sie sich gerne an die Koordinierungsstelle wenden.
Informationen für Bildungsträger
In der neuen Förderperiode 2021 – 2027 werden Sie als Losverantwortlicher / Bildungsträger die Potenzialanalyse mit Ihren Schulen umsetzen. Das neue Konzeptauswahlverfahren ist Grundlage der Durchführung ab dem Schuljahr 2022/2023.
In den letzten Jahren konnte bereits ein gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut werden. Die eingesetzten Beobachter der Potenzialanalyse sind geschult und von den Bildungsträgern auf das jeweilige Verfahren eingestellt. Für die Förder-, Regel- und Gemeinschaftsschulen sowie Gymnasien gibt es ein umfassendes Portfolio an Aufgaben, welche dem Losverantwortlichen auf der moodle-Plattform zur Verfügung stehen.
Bei der Potenzialanalyse wird ermittelt, welche überfachlichen Kompetenzen eine Schülerin oder ein Schüler mitbringt, um Anforderungen selbstorganisiert zu bewältigen.
Dabei stehen besonders im Fokus:
- Personale Kompetenzen wie Motivation, Selbstständigkeit, Zuverlässigkeit
- Soziale Kompetenzen wie Team-, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Umgangsformen
- Methodische Kompetenzen wie Arbeitsplanung, Kreativität, Problemlösefähigkeit
- Fachliche Kompetenzen wie praktische Anstelligkeit, Feinmotorik, Arbeitsgüte
In den Einzel- sowie Teamübungen werden die zu beobachtenden Merkmale mehrfach beobachtet. Dabei ist das Rotationsprinzip einzuhalten. Nutzen Sie zur Durchführung den handlungsorientierten Leitfaden zur Potenzialanalyse, hier werden wichtige Hinweise zur Umsetzung gegeben.
Wichtig ist, den Schülerinnen und Schülern vor Beginn der Potenzialanalyse zu erklären, warum dieser Tag so wichtig ist und wie die Potenzialanalyse in den Gesamtprozess der beruflichen und arbeitsweltlichen Orientierung eingebunden ist. Die Reflektion der Ergebnisse, durch die Übergabe des Ergebnisdiagramms, sollte nicht später als 8 Wochen individuell durchgeführt werden.
Der durchführende Bildungsträger hat die Qualitätsstandards des BMBF/BMBFSFJ in Anlehnung des Verfahrens in Thüringen einzuhalten.
Materialien
- Bund-Länder-Vereinbarung
- Qualitätsstandards Fassung 2024
- Allgemeine Informationen zur Potenzialanalyse
- Schulportal – Berufliche Orientierung, Landesstrategie
- Thüringer Schulgesetz ab 01.08.2024
- Leitfaden
- Elternbrief
- Erklärung zur Teilnahme
- Datenschutzerklärung