
Die Bautischlerei TIWEMA aus Bad Salzungen blickt auf ihre außergewöhnliche Firmengeschichte zurück
Die Tischler- und Dienstleistungs- GmbH in Bad Salzungen, kurz TIWEMA, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Im Februar dieses Jahres konnte das Handwerksunternehmen sein 35-jähriges Bestehen feiern. Seine Anfänge jedoch liegen deutlich weiter zurück und waren ursprünglich gar nicht im Handwerk zu finden. Aus der am Ende des 19. Jahrhunderts gegründeten Likör- und Marmeladenfabrik wurde in den Siebzigerjahren eine Bautischlerei, die heute als Geschäftspartner für zahlreiche kommunale Auftraggeber tätig ist, mit Architekten zusammenarbeitet und für private Kunden aus dem Wartburgkreis unterwegs ist.
Der Weg zum Handwerksunternehmen
Kristin Mainzer führte 30 Jahre lang die Geschäfte der TIWEMA. Ihr Ururgroßvater hatte 1867 die Heinrich Eichhorn GmbH übernommen, die zunächst mit Genusswaren handelte. Zu DDR-Zeiten ereilte die Firma das Schicksal zahlreicher inhabergeführter Familienbetriebe: Sie wurde 1972 enteignet und in das Firmengebäude zog ein Volkseigener Betrieb mit angegliedertem Dienstleistungskombinat ein, zu dem – wie es der Zufall wollte – auch eine Tischlerei gehörte. Einige Maschinen aus diesen Anfangsjahren stehen bis heute in der Werkstatt und sind funktionstüchtig. 1991 erhielt die Familie des Firmengründers den Betrieb von der Treuhand zurück und überführte ihn in eine Gesellschaft mit sieben Anteilseignern – allesamt Nachfahren Heinrich Eichhorns. Bedingung der Treuhand war jedoch, dass die Tischlerei mit allen Arbeitskräften übernommen und zehn Jahre fortgeführt werden musste. Die Gesellschafter wünschten sich, dass jemand aus der Familie direkt vor Ort die Geschäfte führt. „So bin ich in die Firma gekommen“, blickt Kristin Mainzer zurück. „Ich hatte das Glück, einen guten Meister zu haben, der sich um das Handwerkliche kümmerte und ich habe die Buchhaltung gemacht“, beschreibt sie den Neustart des Handwerksbetriebes in den neunziger Jahren.
Die Firmengeschichte wird fortgeschrieben
Fenster-, Türen- und Treppenbau sowie Parkettarbeiten gehören heute vorrangig zum Portfolio der Bautischlerei, die sieben Angestellte in der Werkstatt beschäftigt. „Wir sind bodenständig geblieben und haben immer geschaut, dass die Mitarbeiter ihren Lohn pünktlich zum Monatsende hatten – und das hat auch immer geklappt“, erzählt Kristin Mainzer stolz. 2021 gab sie die Geschäftsführung in die Hände von Volker Schmuck und Tobias Hill, die seitdem die Geschicke der Firma leiten. Auch die Gesellschafteranteile gehören seit sechs Jahren vollständig den beiden Geschäftsführern. Volker Schmucks Frau Sabine managt das Büro des Handwerksbetriebes, der sich den Status eines Unternehmens in Familienhand zurückholen und bewahren konnte. Eine bemerkenswerte Geschichte, die am Firmensitz der Heinrich Eichhorn GmbH fortgeschrieben wird.

HWK-Präsident Mike Kämmer gratuliert Volker Schmuck, Tobias Hill und Kristin Mainzer (v.r.n.l.) zum Firmenjubiläum der TIWEMA Tischler- und Dienstleistungs- GmbH.